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Anpassung des Ampelsystems und Wechsel der Pandemiestufe

22. Oktober 2020

Verbunden mit einem erneuten dringenden Appell zur Einhaltung der zur Pandemiebekämpfung geltenden Maßnahmen (insbesondere auch die nachdrückliche Aufforderung zum Tragen von Atemschutzmasken, dort wo dies vorgeschrieben ist) informiert die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft über ihren heutigen Beschluss, die Corona-Ampel in verschiedenen Bereichen ihrer
Zuständigkeit auf Rot zu schalten.

Die epidemiologische Lage in Belgien spitzt sich weiter zu. Besonders getroffen sind die Wallonie und insbesondere das Lütticher Becken. Leider gilt das inzwischen immer mehr auch für Ostbelgien. Hierzulande ist die Situation, trotz des ländlichen, dünn besiedelten Gebiets besonders alarmierend. Unsere Region weist weiterhin eine der höchsten Ansteckungsraten des Landes auf. So steckt ein Infizierter in der Regel 1,4 weitere Personen an. Die 14-Tages-Inzidenz auf 100.000 Einwohner beträgt
1.266 und liegt damit deutlich über dem – bereits dramatischen – belgischen Wert von 927,9 Fällen. Es bleibt aber nicht bei steigenden Infektionszahlen.

Auch die Anzahl der Krankenhausaufnahmen steigt. 47 Menschen werden in den
Krankenhäusern von Eupen und St. Vith aktuell behandelt. Die Zahl der bisher bestätigten Covid-19-Todesfälle in der sogenannten „zweiten Welle“ liegt mittlerweile bei fünf.

„Die Lage ist ernst und sie erfordert die Mitarbeit und Unterstützung der Bevölkerung. Ohne die Verantwortung des Einzelnen für sich selbst und für andere Menschen werden wir diese Pandemie so schnell nicht in den Griff bekommen. Die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist sich der Situation bewusst und ergreift weitere Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen“, so die Minister.

Konkret bedeutet dies etwa für das Unterrichtswesen, dass alle Grund- und Sekundarschulen auf dem Gebiet der neun Gemeinden ab Montag in Code Rot wechseln. Um die Schulen weiterhin offen halten zu können und zum Schutz der Personalmitglieder und der Schüler, gelten in den Schulen ab diesem Zeitpunkt die höchsten Vorsichtsmaßnahmen und Sicherheitsauflagen.

In den vergangenen Tagen haben die drei Bildungsminister des Landes in Absprache
mit den Gesundheitsexperten auf der Grundlage des föderalen Barometers das Ampelsystem für den Bildungsbereich angepasst. Die Änderungen betreffen in erster Linie die Codes Orange und Rot in den Sekundarschulen. Auch die Sekundarschüler der 2. und 3. Stufe werden an fünf Tagen pro Woche in der Schule unterrichtet und nicht – wie im Sommer für die Pandemiestufen angekündigt – nur eine Woche auf
zwei.

Laut Gesundheitsexperten sind die Ansteckungen größtenteils auf das private und familiäre Umfeld der Schüler und des Schulpersonals zurückzuführen. Die Schulen stellen mit den strengen Präventionsmaßnahmen ein vergleichsweise sicheres Umfeld dar. Um das Recht auf Bildung – und somit den Präsenzunterricht für alle Schüler – auch weiterhin gewährleisten zu können, wurden bei der Anpassung des Ampelsystems Verschärfungen der Maßnahmen ab Farbcode Orange vorgenommen.

Den Schülern werden feste Sitzplätze zugeordnet und das Unterrichtspersonal der Primar- und Sekundarschulen und die Sekundarschüler müssen in der Schule Masken tragen. Draußen können die Masken abgelegt werden unter der Bedingung, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Auf den Sportunterricht findet künftig das Sportprotokoll Anwendung.

Für die Grundschulen gibt es lediglich kleinere Anpassungen:

o Vor und nach der Nutzung von Spiel- und Sportmaterial müssen die Schüler sich
die Hände waschen.

o Die Umkleidekabinen dürfen nur genutzt werden, wenn sie regelmäßig gereinigt
werden und wenn sie ausreichend gelüftet werden.

Für die Sekundarschulen gilt ab Montag:

o Alle Schüler werden vollzeitig in der Schule unterrichtet.

o Für die Schüler der 2. und 3. Sekundarstufe kann Fernunterricht organisiert werden
unter der Voraussetzung, dass die Dauer auf maximal zwei Wochen beschränkt ist,
der Fernunterricht aus organisatorischen Gründen unumgänglich ist und alle Schüler
erreichbar sind und dem Fernunterricht uneingeschränkt folgen können.

o Umkleideräume dürfen nur dann benutzt werden, wenn sie regelmäßig gereinigt
werden, wenn sich die Schüler vor dem Betreten die Hände waschen. Beim Umziehen
gelten die Abstandsregeln und Maskenpflicht. Die Umkleiden müssen ausreichend
gelüftet werden.

Die Erwachsenenbildung, Hochschulbildung, die mittelständische Ausbildung und der
Teilzeit-Kunstunterricht an der Musikakademie wechseln ebenfalls in den Code Rot.

Weiterführende Informationen zum Ampelsystem in der Erwachsenenbildung,
Hochschulbildung, zur mittelständischen Ausbildung und zum Teilzeit-Kunstunterricht
folgen in Kürze.