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Code Rot bis zu den Karnevalsferien verlängert

8. Januar 2021

Auf Empfehlung der Experten hat die Bildungsministerin beschlossen, den aktuell geltenden Code Rot in den Grund- und Sekundarschulen mindestens bis zu den Karnevalsferien zu verlängern. Das gilt ebenfalls für die ZAWM, die Erwachsenenbildungseinrichtungen, die Musikakademie der Deutschsprachigen Gemeinschaft und die Autonome Hochschule Ostbelgien.

Am Mittwochabend betonten die Experten erneut, die Schulen seien nicht die treibende Kraft hinter der Epidemie. Diese Erkenntnis basiert auf einer umfassenden Analyse der Daten durch Sciensano, die seit September in Belgien erhoben wurden. Sie wird durch zahlreiche Studien bestätigt, die Wissenschaftler auf internationaler Ebene durchgeführt haben.

Am Sonntag hatte bereits eine Versammlung der Bildungsminister mit den Gesundheitsexperten stattgefunden, bei der die Experten des GEMS (Expertengruppe zur Krisenstrategie) u.a. die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus bei Kindern zusammenfassten:

Kinder jeden Alters könnten SARS-CoV-2 übertragen, so die Experten. Wenn jüngere Kinder infiziert seien, scheine die Weiterübertragung seltener zu erfolgen als bei älteren Kindern und Erwachsenen (vgl. Studie ECDC). Der im Oktober 2020 in vielen EU-Mitgliedstaaten beobachtete Anstieg der Fälle scheine nicht durch die Wiedereröffnung von Schulen bedingt zu sein. Die epidemiologische Kurve in Schulen folge vielmehr der Entwicklung der Epidemie in der Allgemeinbevölkerung. Abgesehen davon, dass sie eine geringere Inzidenz aufweisen würden, steige die Zahl der Fälle bei Kindern unter 16 Jahren laut einer Kontakttracing Studie von Sciensano erst nach der Zahl der Fälle in der Allgemeinbevölkerung an. Es werde angenommen, dass nicht Kinder, sondern Jugendliche (16-18 Jahre) und junge Erwachsene (19-25 Jahre) eine ebenso wichtige Rolle bei der Übertragung von SARS-CoV-2 spielten wie Erwachsene. Darüber hinaus werde bei pädagogischem Personal und Erwachsenen im schulischen Umfeld im Allgemeinen kein höheres Infektionsrisiko beobachtet als bei anderen Berufen, obwohl pädagogische Aufgaben, bei denen man in Kontakt mit älteren Kindern und/oder vielen Erwachsenen komme, mit einem höheren Risiko verbunden sein könnten. (Volz et al. (2020) Transmission of SARS-CoV-2 Lineage B.1.1.7 in England: Insights from linking epidemiological and genetic data. https://virological.org/t/transmission-of-sars-cov-2-lineage-b-1-1-7-in-england-insights-from-linking-epidemiological-and-genetic-data/576)
Die Beratungen am Mittwochabend betrafen die weitere Unterrichtsorganisation. Auch wenn sich die Zahlen (Anzahl der Ansteckungen und der Krankenhausaufnahmen, Positivitätsraten) in den vergangenen Wochen verbessert haben, ist laut Experten, der Schwellenwert noch nicht erreicht, der Lockerungen erlauben würde. Hinzu kommt, dass noch nicht bekannt ist, ob und wie die englische Variante des Coronavirus sich in Belgien weiterverbreitet. Aus diesen Gründen müssen alle Anstrengungen zur Eindämmung des Virus weiterhin aufrechterhalten werden.

Ministerin Lydia Klinkenberg sagt dazu: „Ich hätte mir gewünscht, die Maßnahmen lockern zu können. Leider lässt die epidemiologische Situation das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu. In den nationalen Medien war in den vergangenen Wochen oft von einer möglichen einwöchigen Aussetzung des Präsenzunterrichts vor oder nach den Karnevalsferien die Rede. Ob das nötig sein wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorhersehbar. Diese Entscheidung wird spätestens am 22. Januar 2021 getroffen, damit Schulen und Eltern genug Zeit haben, sich darauf vorzubereiten. Fest steht: Sollte eine Aussetzung des Präsenzunterrichts aus epidemiologischen Gründen nötig sein, wird in der Zeit Fernunterricht organisiert. Die Schulen wurden vom Kabinett bereits über dieses mögliche Szenario informiert.“

Alle Informationen zu den Corona-Maßnahmen im Bildungswesen der Deutschsprachigen Gemeinschaft: www.ostbelgienbildung.be/coronavirus