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Förderpädagogik: Gründung einer paragemeinschaftlichen Einrichtung und eines Fachkräftepools

20. September 2021

Durch die Einführung eines Fachkräftepools soll der steigende Bedarf an Personalressourcen im Bereich der hochschwelligen Förderung in den Regelschulen bedarfsgerecht abgedeckt werden. Außerdem bündeln das ZFP und ggf. die PDF in einer neuen unabhängige Struktur ihre Kräfte.

„Da die Anzahl von Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen stetig ansteigt, kommt es zu einem verstärkten Einsatz von bezuschussten Vertragsarbeitnehmern (BVA) im Bereich der hochschwelligen Förderung in den Regelschulen. Das dazu benötigte Stundenkapital wurde in den vergangenen Jahren immer weiter erhöht. Eine weitere Erhöhung ist aus ressourcentechnischen und finanziellen Gründen in Zukunft einfach nicht mehr möglich. Daher müssen wir die bestehenden Strukturen überdenken. Um die Reform vorzubereiten, bin ich in den letzten Monaten mit allen ostbelgischen Akteuren und Experten in den Austausch getreten, um mir ein umfassendes Bild der Situation zu machen“, erläutert die Ministerin die bestehende Situation.

Bis zum Schuljahr 2023-2024 soll eine paragemeinschaftliche Einrichtung nach dem Vorbild der Autonomen Hochschule Ostbelgien und Kaleido Ostbelgien gegründet werden, die alle Kräfte der Integration und des Kompetenzzentrums bündelt, damit die Schulen künftig nur noch einen Ansprechpartner haben und die Schüler mit besonderen Bedürfnissen dem Unterricht in der Regelschule unter optimalen Bedingungen folgen können. Für die hochschwellige Förderung in den Regelschulen sollen sowohl Integrationslehrer als auch Fachkräfte zuständig sein, wobei die Integrationslehrer für die pädagogische Förderung und die Fachkräfte für die therapeutische Unterstützung zuständig sind.
„Wir streben eine unabhängige Struktur mit pluralistischer Ausrichtung an, in der die Pater-Damian-Förderschule (PDF) und das Zentrum für Förderpädagogik (ZFP), das in seiner Gesamtheit vom GUW in diese neue Struktur übertragen wird, auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Wir sind diesbezüglich im Dialog mit dem freien Träger (FSU). An der Grundausrichtung des Förderdekrets werden wir auf jeden Fall festhalten“, so die Ministerin weiter.

Die Förderpädagogen bleiben wie bisher für die niederschwellige Förderung in den Regelschulen zuständig. Da aktuell noch nicht alle Stellen besetzt sind, wurden mit dem letzten Sammeldekret die Zugangsmöglichkeiten zum Amt des Förderpädagogen in dem Maße erweitert, dass auch Logopäden, die die notwendige Zusatzausbildung nachweisen können, das Amt bekleiden können.

Die Ministerin erklärt den Vorteil der neuen Struktur: “Um den Regelschulen mehr Planungssicherheit und Flexibilität in der Arbeit mit dem Förderteam (bestehend aus Förderpädagoge, Integrationslehrer, Fachkräfte) zu geben, soll es zukünftig einen mehrjährigen Kooperationsvertrag zwischen der paragemeinschaftlichen Einrichtung und der Regelschule (aller Schulnetze: FSU, OSU, GUW) geben. Bei Kleinstschulen wird das entsprechende Schulzentrum den Vertrag mit der paragemeinschaftlichen Einrichtung abschließen. Letztere wird verantwortlich sein für den Verteilerschlüssel von Integrationslehrern und Fachkräften. Es wird also nur einen einzigen gedeckelten Topf für die Integrationslehrer und Fachkräfte geben, die nach Bedarf der Schülerinnen und Schüler an die Regelschulen verteilt werden.“

Hier lesen Sie die vollständige Pressemitteilung: https://81374d3e-e712-4a6b-af8f-42662f94c744.filesusr.com/ugd/e16452_49a34cceee074770b6f7a0dfab826b14.pdf?index=true