NEUIGKEITEN

Neue Wege Richtung Teilqualifizierung

3. August 2021

In der Deutschsprachigen Gemeinschaften haben Personen, die über keine oder geringe formale Qualifikationen verfügen, die Möglichkeit, durch drei neue kurze Ausbildungen eine Teilnahmebescheinigung zu erhalten und so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Außerdem gibt es das sogenannte Kompetenzanerkennungsverfahren, um Kompetenzen sichtbar zu machen.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, möchte die Regierung bedarfsgerechte alternative Ausbildungsmöglichkeiten schaffen und neue Zielgruppen zur Lehre bewegen: arbeitslose Personen mit geringer formaler Qualifikation, Personen mit Migrationshintergrund, ohne (anerkannten) Abschluss oder Personen, die sich beruflich umorientieren möchten.

In Kooperation mit dem Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft (ADG) und der Beschäftigungsministerin haben das ZAWM und das IAWM daher in den letzten Monaten folgende joborientierte Ausbildungen entwickelt, die sich an Jugendliche und Erwachsene richten: polyvalente Fachkraft für Post- und Paketzustellung in Zusammenarbeit mit bpost und Schweißer. Die Ausbildung zum Monteur im holzverarbeitenden Bereich ist in Kooperation mit dem Fachbereich Ausbildung und Unterrichtsorganisation entstanden. Die Anschlussfähigkeit dieser drei Ausbildungen in die Lehre wird derzeit geprüft.

„Die verschiedenen neugeschaffenen Ausbildungen sollen zukünftig Teilqualifizierungen,
d. h. Qualifizierungen mit Anschlussfähigkeit und Anrechenbarkeit in der dualen Ausbildung, sein und zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt beitragen. Auf dieses Ziel arbeiten wir hin. Auch Personen, die aktuell nicht über eine ausreichende Qualifizierung verfügen, können die potenziellen Fachkräfte von morgen sein. Um diese Zielgruppen zu erreichen, müssen wir auch in der dualen Ausbildung den Jugendlichen oder Erwachsenen noch mehr in den Mittelpunkt stellen und passgenaue Ausbildungsformen schaffen“, erläutert Ministerin Klinkenberg den Bedarf an Teilqualifizierungen.

Weiter erklärt sie: „Diese Ausbildungsformen sind nicht gleichzustellen mit einer klassischen Lehre. Die erfolgreiche Teilnahme an einer Teilqualifizierungsmaßnahme ist nicht vergleichbar mit einem Gesellenzeugnis. Die Angebote richten sich ausschließlich an Personen, die den Weg in die klassische Lehre mit einer Laufzeit von drei Jahren aus verschiedensten Gründen nicht gehen können.“

Ein weiterer Schritt in Richtung Teilqualifizierung ist das sogenannte Kompetenzanerkennungsverfahren für Berufe, für die es in Ostbelgien eine duale Ausbildung gibt. Dieses Verfahren hat das Ministerium im Auftrag der Bildungsministerin in Zusammenarbeit mit dem IAWM und dem ZAWM entwickelt. Mithilfe des Kompetenzanerkennungsverfahrens können die Teilnehmer Kompetenzen sichtbar und verwertbar machen, die sie sich durch langjährige Berufserfahrung angeeignet haben, aber für die sie kein Diplom besitzen. Der erste Kandidat hat dieses Verfahren erfolgreich durchlaufen und im Juni seine Kompetenzbescheinigung erhalten.

Mehr dazu: https://81374d3e-e712-4a6b-af8f-42662f94c744.filesusr.com/ugd/fe9a73_b179e4cb888945cb82379a4275c77c0f.pdf?index=true