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Vorerst keine Aussetzung des Präsenzunterrichts

28. Januar 2021

Bildungsministerin Klinkenberg hat am Donnerstagabend nach Rücksprache mit der
Expertengruppe GEMS den Entschluss gefasst, den Präsenzunterricht in der
Deutschsprachigen Gemeinschaft vorerst nicht auszusetzen.

Aufgrund der landesweit weiterhin vergleichsweisen stabilen Zahlen
(Krankenhausaufnahmen, Infektionszahlen, Positivitätsraten) sei die Aussetzung des
Präsenzunterrichts zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich. Sollte sich das
Infektionsgeschehen verschlechtern, sei nicht auszuschließen, dass eine Aussetzung
des Präsenzunterrichts zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen werde.

„Mich erreichen zahlreiche besorgte Nachrichten von Lehrern und Eltern, die schildern,
dass es ihren Schülern bzw. Kindern schlecht geht und sie unter dem Fernunterricht
und den Kontaktbeschränkungen leiden. Zum Wohl der Kinder und Jugendlichen
müssen wir den Schulbetrieb, so lang es nur geht, aufrechterhalten. Deshalb möchte ich
- wie meine Kollegin aus der Französischen Gemeinschaft - den Präsenzunterricht auf
keinen Fall aussetzen, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Zurzeit halten sich bis auf das
Cluster in St; Vith die Infektionen in den Schulen in Grenzen, sodass das Kontakttracing
gut funktioniert. Ich sehe daher zurzeit keinen Anlass, den Präsenzunterricht
auszusetzen.“

Auch die Gesundheitsexperten bekräftigten erneut, dass Schulschließungen das Mittel
der letzten Wahl sein sollten. Sie warnen jedoch insbesondere vor der zunehmenden
Ausbreitung der ansteckenderen britischen Coronavirus-Variante, zumal die
Ausbreitung des Virus saisonal begünstigt werde. Da auf landesweiter Ebene in den
vergangenen Tagen vermehrt Infektionsfälle bei Kindern und Cluster in Primarschulen
beobachtet wurden, raten die Gesundheitsexperten insbesondere in den Grundschulen
zu besonderer Wachsamkeit. Aktuell liegt der R-Wert1 der Deutschsprachigen
Gemeinschaft zudem bei 1,5. Das ist der höchste R-Wert im ganzen Land.

Die Ministerin mahnt daher zur Vorsicht: „Wir setzen alles daran, die Schulen offen zu
halten. Die heute beschlossene Begrenzung der außerschulischen Aktivitäten für die
unter 12-Jährigen verfolgt das Ziel, die Verbreitung des Virus in dieser Altersgruppe
einzudämmen und so den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Das bedeutet aber auch,
dass wir gemeinsam durch die systematische Beachtung der geltenden Regeln alles
dafür tun müssen, dass die Kinder und Jugendlichen auch weiterhin zur Schule gehen
können. Wie schnell sich das Coronavirus unbemerkt verbreiten kann, haben wir letzte
Woche in der Grundschule des Königlichen Athenäums St.Vith erlebt. Dieses Beispiel
zeigt noch einmal, wie wichtig es ist, dass wir wachsam bleiben.“